Olaf Scholz will sich für die Restaurierung des Kircheninstruments stark machen
Luckenwalde. Denkmäler brauchen gute Freunde, die für ihre Erhaltung sorgen. Die St. Jakobikirche in Luckenwalde kann von großem Glück reden, dass sie einen so engagierten Förderverein hat, der sich um die Restaurierung und Instandhaltung dieser außergewöhnlichen Kirche kümmert. Immerhin zählt die St. Jakobikirche zu den bedeutendsten Sakralbauten Brandenburgs. Ihr 72 Meter hoher Turm sollte Ende des 19. Jahrhunderts den hohen Schloten der Luckenwalder Industriebetriebe Konkurrenz machen. Die Kirche, die bis zu 1200 Besuchern Platz bietet, ist ein eingetragenes Baudenkmal. Es hat nicht nur einen architektonischen Wert, sondern ist auch von kulturhistorischer Bedeutung.
Davon konnte sich der Potsdamer Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im August bei einem Besuch Luckenwaldes überzeugen. Er betreut auch den hiesigen Wahlkreis für die SPD und wurde durch den örtlichen Landtagsabgeordneten Erik Stohn (SPD) auf ein unterstützenswertes Projekt in Luckenwalde aufmerksam gemacht.
Zur kulturhistorischen Bedeutung des Kirchenbaus zählt vor allem die Orgel. Sie wurde 1894 von den Gebrüdern Dinse aus Berlin als spätromanisches Instrument erbaut. Von 1940 bis 1943 erweiterte der Orgelbauer Gustav Heinze das Instrument auf drei Manuale und 44 Register. Dadurch entstand die größte Orgel Luckenwaldes und seiner Umgebung sowie ein neuer Klang – weg vom romantischen Ideal und hin zur neobarocken Orgelbewegung des 20. Jahrhunderts, erläuterte Kreiskantor Manuel Gera.
Bespielt werden kann sie derzeit nicht mehr. Neben Verschmutzung und Schädlingsbefall an den Holzpfeifen entspricht vor allem die elektrische Anlage nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Durch einen Kurzschluss sei jüngst sogar ein kleiner Brand entstanden, berichtete Kirchenmusikerin Hanna-Maria Hüttner. Danach hat der Gemeindekirchenrat das Instrument stillgelegt.
Doch was ist ein Kirchengebäude ohne eine (funktionierende) Orgel? Um sie wieder sowohl für liturgische Zwecke als auch für Konzertveranstaltungen und musikpädagogische Projekte einsetzen zu können, bedürfe es einer grundlegenden Sanierung, betonte Landeskirchenmusikdirektor Prof. Dr. Gunter Kennel. Finanziert werden könnte dieses aufwendige Projekt mit Hilfe eines Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes. Wie schon Ministerpräsident Dietmar Woidke, Kulturministerin Manja Schüle und der örtliche Landtagsabgeordnete Erik Stohn (alle SPD) unterstützt nun auch Olaf Scholz die Bemühungen des Gemeindekirchenrats und des Fördervereins, diese Unterstützung des Bundes bewilligt zu bekommen.
Die Eigenmittel will der Förderverein unter der rührigen Vorsitzenden Dr. Margitta Haase mit Hilfe von weiteren Konzertveranstaltungen einwerben.
Wenn denn dann die Orgel wieder in alter Klangfülle ertönen sollte, möchte Olaf Scholz gerne bei dem Eröffnungskonzert dabei sein, wie er betonte. „Aber erst einmal will ich mich für die Förderung stark machen“, sagte der Bundestagsabgeordnete.


