Hoffnung auf die Orgel-Restaurierung

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St.-Jakobi-Förderverein und Kirchengemeinde empfangen Kulturministerin Schüle

Luckenwalde. Diese Kirche wollte sich Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) doch mal selber ansehen. Immerhin hatte ihr Ministerium die Sanierung der Jakobikirche bisher mit 170.000 Euro unterstützt. Weitere 655.000 Euro kamen aus den Denkmalschutz-Sonderprogrammen des Bundes. Bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Brandenburg an Margitta-Sabine Haase, die rührige Vorsitzende des ebenso rührigen Fördervereins Jakobikirche, hörte Ministerin Schüle im vergangenen Jahr von der engagierten Arbeit des Vereins in Luckenwalde und dem schönen, aber doch immer noch recht mitgenommenen Kirchengebäude und wurde neugierig.

Mit Kaffee, Kuchen und Sekt empfingen die Vereinsmitglieder die Ministerin. Zu den Gästen zählten auch der örtliche Landtagsabgeordnete Erik Stohn (SPD), Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke) und Bürgermeister Jochen Neumann (parteilos). Mit einem gewissen Stolz zeigte Margitta Haase die neuesten Fortschritte der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen. So wurde die, so Haase, „DDR-Garagentor-graue Farbe“ unter anderem von den Balustraden entfernt. Dabei habe man auch Malereien freilegen können, von denen man vorher nichts gewusst habe.

Doch all das täuscht nicht darüber hinweg, dass noch vieles im Argen liegt. Besonders auffällig sind die feuchten Wände und Gewölbedecken. Unter dem hintersten Gewölbe steht die Orgel aus dem Baujahr der Kirche 1894. Ihre Pfeifen wurden 1940 zu Kriegszwecken eingeschmolzen und gegen Ersatzpfeifen aus billigerem Material ersetzt, berichtete Kreiskantor Manuel Gera. Bespielbar sei die Orgel aber nicht deswegen nicht mehr, ergänzte Luckenwaldes Kantorin Hanna-Maria Hüttner: „Die elektrischen Kontakte könnten Funken schlagen“ – und das, so Ina-Christin Wilke von der Kreis-Denkmalschutzbehörde, bei textilummantelten Elektrokabeln. Also: absolute Brandgefahr.

Deshalb hoffen alle Beteiligten auf Fördermittel und Spenden zur Finanzierung des Eigenanteils. Insgesamt dürfte die Restaurierung der Orgel 450.000 Euro kosten. Doch damit allein ist es auch nicht getan. Um zu vermeiden, dass der alte feuchte Putz auf die dann frisch sanierte Orgel herunterrieselt, müsste bei dieser Gelegenheit gleich auch die dortige Gewölbedecke saniert werden.

„Somit hat der Förderverein auch 20 Jahre nach seiner Gründung immer noch genug zu tun“, stellte Erik Stohn fest. Auf der Suche nach weiteren namhaften Persönlichkeiten und Politikern als Unterstützer bei der Bewerbung um weitere Fördermittel des Bundes, habe man auch Olaf Scholz gewinnen können, berichtete Erik Stohn. Der Ex-Kanzler betreut als SPD-Bundestagsabgeordneter des Nachbar-Wahlkreises Potsdam-Ludwigsfelde auch Luckenwalde.