Übergang von Kita zur Schule verbessern

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Engagierte Diskussion mit SPD-Bildungsexpertin Elske Hildebrandt in Erik Stohns Bürgerbüro

Jüterbog. Einen Stammtisch stellt man sich gemeinhin anders vor. Ein Tisch, Männer drumherum und Bier! Das gab‘s aber nicht, dafür Stuhlreihen und – okay – ein Stehtisch, an dem sich Gastgeber und die Referentin Notizen machten. Männer waren auch in der Minderheit, außer dem SPD-Landtagsabgeordneten Erik Stohn als Gastgeber und zwei männliche zurückhaltende Zuhörer. Ach ja: Bier natürlich auch nicht. Dafür tatkräftige Frauen, die engagiert miteinander diskutierten. Im Unterschied zu manchem männlich dominierten Stammtisch verlief die Diskussion sachlich, auch wenn sich die Meinungen durchaus unterschieden. Obendrein erwiesen sich die Diskutantinnen durch die Stuhlreihen hinweg als sachkundig, was heißt: Sie hatten alle Ahnung von dem, worüber sie ganz nüchtern sprachen. Wahrscheinlich war es das, was diesen Stammtisch so wohltuend von anderen unterschied.

Das war aber auch kein Wunder, denn die anwesenden Frauen arbeiten allesamt als Pädagoginnen, ob als Erzieherinnen in Kitas oder als Lehrerinnen in Grundschulen. Und genau um ihren Arbeitsbereich ging es beim „Stammtisch Kita“, zu dem der örtliche Landtagsabgeordnete Erik Stohn in sein Jüterboger Bürgerbüro in der Zinnaer Straße eingeladen hatte. Zu der Reihe „Politik vor Ort – Was bewegt dich?“ hatte er diesmal Elske Hildebrandt eingeladen. Die Tochter der einstigen legendären Sozialministerin Brandenburgs, Regine Hildebrandt, ist in der SPD-Landtagsfraktion zuständig für den Bereich Kindertagesstätten. „Kein einfaches Gebiet“, wie sie gleich eingangs betonte. Zwar habe man in Brandenburg schrittweise Verbesserungen erreicht, vor allem was die teilweise Beitragsbefreiung für Eltern, die Anhebung des Personalschlüssels und die Qualitätsentwicklung betreffe, aber: „Letztlich hat alles mit Geld zu tun“, so die SPD-Landtagsabgeordnete, und davon gibt‘s bei der derzeitigen Haushaltslage einfach zu wenig.

Trotzdem versprach Elske Hildebrandt (so wie einst ihre Mutter), „wie eine Löwin zu kämpfen“. Ihre Strategie sei es: „Die Probleme erst mal sichtbar machen“.

So ging es um die Essenskosten, die Sprachförderung, den Rechtsanspruch auf acht Stunden Betreuung und den neuen Bildungsplan für Kitas, der sowohl den Erzieherinnen und Erziehern als auch den Kindern große Gestaltungsfreiheit einräumt, allerdings gleichzeitig einen klaren Rahmen definiert, innerhalb dessen die Kita-Erziehung zu erfolgen hat.

Eine Lehrerin bemängelte, dass es zu viele Kinder gebe, die bei der Einschulung noch nicht einmal eine Schere halten könnten und andere motorisch Fähigkeiten vermissen ließen. Eine Erzieherin wies darauf hin, dass die Kinder in der Grundschule plötzlich einem ganz anderen Bildungssystem gegenüberstünden. Deshalb sei es wichtig, dass Kitas und Schulen enger zusammenarbeiten müssten, um den Übergang von der Kita zur Schule fließender zu gestalten.

Wichtig sei auch, die Eltern nicht aus der Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder zu entlassen. Immerhin seien Kitas „familienbegleitende“ Erziehungseinrichtungen. Es sei in der Tat illusorisch anzunehmen, so Elske Hildebrandt, dass das Bildungssystem die Erziehung in den Familien ganz ausgleichen könne.

Bildunterschrift: Elske Hildebrandt und Erik Stohn (beide SPD) stellen sich der Diskussion beim Jüterboger Kita-Stammtisch.